Was ist ein Fonds?

Ein klassischer Investmentfonds war früher eigentlich fast alternativlos. Heutzutage sehen es die meisten nicht mehr ein, einen (teuren) Fonds zu bezahlen, wenn es doch gleich die günstige ETF-Alternative gibt, die in der Regel auch noch besser performt. Den aktiven Fonds gibt es natürlich immer noch und wir schauen uns in diesem Artikel mal etwas genauer an, was das überhaupt ist.

Die Idee dahinter ist eigentlich recht einfach: Viele Anleger legen ihr Geld zusammen (werfen es sozusagen in einen großen Topf) und ein erfahrener Manager wird dazu beauftragt, dieses Geld zu verwalten, also optimalerweise zu vermehren. Dieser Manager (im Titelbild symbolisch auf dem roten Stuhl) kümmert sich dann um alles Weitere, wie zum Beispiel: Aktienauswahl, Verkaufszeitpunkt, Haltedauer etc. … und du musst nichts weiter tun. Allerdings lässt sich dieser dies natürlich auch vergüten, was dann von der Rendite abgezogen wird.

Zugegeben, das Wort Fonds geht nicht so einfach über die Lippen (wer französisch spricht ist klar im Vorteil). Auch die Schreibweise im Singular ist etwas ungewöhnlich: Der Fonds.
Wenn du den Begriff übersetzen willst, würde „Vermögensreserve“ ganz gut passen, aber „Topf“ nähert sich der eigentlichen Bedeutung eher.

Fonds finden


Leider ist ex ante nicht erkennbar, ob ein Fonds gut oder schlecht ist. Das stellt sich dann erst

im Nachhinein heraus und dann ist es meist schon zu spät.
Quelle: Fotolia.de © Minverva Studio

Fast jeder Fonds hat eine bestimmte Ausrichtung. Dies kann geographisch sein, zum Beispiel Aktien aus Deutschland, Europa, USA … oder auch nach Anlageklassen (Aktien, Anleihen etc.) oder zum Beispiel branchenspezifisch (Automobil, Pharma etc.). Selbstverständlich können die verschiedenen Themen auch gemixt werden: Bei über 10.000 Fonds alleine in Deutschland ist die Auswahl groß (und unübersichtlich).
Wenn du verschiedene Fonds miteinander vergleichen willst, dann vergleiche am besten Fonds miteinander, die eine große Schnittmenge haben, also Fonds mit denselben Währungen oder aus derselben Branche und so weiter.

Wie oben schon erwähnt, solltest du auch speziell die verschiedenen Gebühren im Blick behalten. Bei verschiedenen Fonds wirst du oft ganz unterschiedlich zur Kasse gebeten. Manche Fonds wollen z.B. einen Aufgabeaufschlag von 5 %, während andere darauf verzichten. Das Management und auch die Transaktionen lassen sich die meisten Fondsgesellschaften vergüten. Die vielleicht bekannteste Deutsche Fondsgesellschaft ist die DWS (= Deutsche Asset & Wealth Management).
Die relativ hohen Gebühren haben dazu geführt, dass Fonds generell in den letzten Jahren häufig von sogenannten ETF’s verdrängt wurde. Dieser ‚Exchange Traded Fund‘ lässt Sie direkt einem Index partizipieren (z.B. DAX) – ganz ohne Managementgebühren. Allerdings wird dieser dann auch nicht aktiv verwaltet. Die Idee dahinter ist Folgende: Die meisten Fonds schneiden zumindest langfristig schlechter ab als der Markt und wieso solltest du Geld für einen Manager ausgeben, wenn die Rendite dadurch auch nicht besser wird?

Allerdings haben Fonds gegenüber Stockpicking auch ein paar Vorteile: Das Risiko ist viel geringer, als bei einer Anlage in wenige Aktien, weil der Fonds in viele Titel auf einmal investiert (als Privatanleger ist das fast nicht machbar oder haben Sie Lust am Wochenende 20 verschiedene Unternehmen nach aktueller Marktchance zu analysieren?). In Deutschland muss ein Fonds übrigens mindestens 16 Aktien (Aktienfonds) beinhalten. Aber Achtung: In anderen Ländern gilt das gesetzlich nicht. Auch könnte ein Fondssparplan für Sie interessant sein: Regelmäßig kleinere Beträge einzahlen und somit langfristig ein Vermögen aufbauen.

Wollen wir zum Schluss noch einmal ein kleines Beispiel machen, wie du einen Fonds finden kannst, der zu dir passt. Ein Fonds wird übrigens ganz normal über das Depot geordert.

Auf der Seite comdirect. de kannst du zum Beispiel unter Informer –> Fonds –> Fons Selector eine Vorauswahl treffen:

Fonds finden

Quelle: comdirect.de

Ich habe mich hier im Beispiel für einen Aktienfonds aus Deutschland entschieden, der ein Rating von 5 Sternen aufweist (vergleichbar mit einem 5 Sterne Hotel – zumindest wenn es nach der Rating- Agentur Morningstar geht) und für die Einmalanlage. Ich will also auf einmal einen Betrag anlegen und nicht kontinuierlich sparen. Der Mindestanlagebetrag liegt bei vielen Fonds bei 500 €.

Fonds einfach erklärt


Blau der DAX, gelb der Fonds
Quelle: comdirect.de

Als Ergebnis bekomme ich diesen Fonds. Die Performance auf lange Sicht ist ähnlich wie die des DAX  – manchmal etwas besser und manchmal etwas schlechter.
Ich persönlich würde keinen Fonds kaufen, sondern ausschließlich ETF, die Statistiken sprechen einfach für sich. Mehr dazu auch in der Börsenanleitung.

Zum Schluss möchte ich es mir nicht nehmen lassen, noch kurz den a) wohl bekanntesten und b) besten Fonds aller Zeiten kurz vorzustellen:

a) Der Magellan Fonds des berühmten Fondsmanager Peter Lynch ist sicherlich einer der berühmtesten Fonds. Lynch übernahm den Fonds 1977 als er 18 Mio. $ verwaltete. 1990, als Lynch aufhörte, betrug das Fondsvolumen sagenhafte 14 Milliarden US-Dollar. Die durchschnittliche Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt betrug stolze 19% pro Jahr.

b) Der Fonds der wohl am besten performt hat, war der Medallion Fonds von James Simons (Renaissance Technologies). Aus 100 $ in meinem Geburtsjahr (1988) wurden 2018 unglaubliche 398.723.873 Dollar. Leider hatten meine Eltern versäumt dort mein Kindergeld anzulegen. Eine geometrische Jahresrendite von ca. 64%. Es gibt wohl keine valide kapitalmarkttheoretische Erklärung für diese Rendite. Wahrscheinlich lediglich das Attribut „unfassbares Glück“. Spekuliert wird dann eher, ob man hier Vorteile aufgrund eines besseren Market Maker Systems ziehen konnte. Aber das weiß auch niemand so richtig.

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