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Börsenweisheiten: Sell in May and go away

… but remember to come back in September. So lautet eine der ältesten und bekanntesten Börsenweisheiten. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn Sie zum Beispiel den DAX über einen längeren Zeitraum (im Bild unten 30 Jahre) betrachten, können Sie feststellen, dass es so etwas wie einen saisonalen Verlauf gibt: Je nach Monat haben sich die Kurse unterschiedlich stark entwickelt.
Über die Jahre ist festgestellt worden, dass die Sommermonate eher laue Börsenmonate sind und die Kurse vor sich hin dümpeln (im Durchschnitt sogar eine negative Performance aufweisen). Mit „Sell in May“ – also verkaufe im Mai – versucht man dieses Sommerloch zu umgehen und dann wieder einzukaufen, wenn die Kurse Anfang Herbst wieder steigen (remember to come back in September). Allerdings sieht man bei der Betrachtung des Charts, dass diese Regel – zumindest für den DAX – nicht optimal ist. Für den DAX müsste die Regel laut Grafik eher heißen: „Sell in July and come back in October“, aber da die Weisheit nicht aus Deutschland kommt und somit nicht auf den DAX angewendet wurde, werden Sie „Sell in July … “ nirgends hören, außerdem reimt sich das lange nicht so schön.
Einen Versuch wagen wir trotzdem (und sichern uns natürlich gleich mal das copyright): „Sell in July and say Good-bye … “
 

Saisonaler DAXDer DAX im saisonalen Verlauf über die letzten 30 Jahre. Wenn Sie das Sommerloch umgehen, winken deutliche Überrenditen.
Quelle: Im Bild mit angegeben.

 
Eine Erklärung, wie es zu dieser negativen Performance im Sommer kommt, liegt auf der Hand: Wenn es warm ist und draußen die Sonne scheint, gibt es schönere Sachen, als sich um die Geldanlage zu kümmern. An regenreichen Herbsttagen jedoch, liest man schon eher mal eine Unternehmensbilanz – oder nicht? Auch gibt es immer Sommer in der Regel weniger Schlagzeilen in den Nachrichten und somit wird den Unternehmen auch weniger Aufmerksamkeit gewidmet.

börsenstrategie sell in mayUnd plötzlich wird alles andere ganz nebensächlich …

 
Als Gegenteil von „Sell in may“ kann man die sogenannte Nikolausrallye betrachten, die besagt, dass der Dezember (bis in den Januar hinein), ein besonders starker Börsenmonat ist.

Aber Vorsicht: Wie immer handelt es sich um verallgemeinerte Weisheiten, die auf Durchschnittswerten beruhen. Es gab natürlich auch schon Sommer mit regelrechten Kursexplosionen (nach oben wohlgemerkt) und schwache Dezember. Außerdem sind in der Vergangenheit viele wichtigen Ereignisse im Sommer gewesen, die die Kurse deutlich nach unten gedrückt haben: Asienkrise im Sommer 1997, Russlandkrise im August 1998 und der Einsturz des World Trade Center’s im September 2001 … um nur einige zu nennen.

Behalten Sie die Börsenweisheiten im Hinterkopf, aber schenken Sie ihnen nicht zu viel Beachtung. Falls Sie langfristig investieren, ist diese Weisheit sowieso hinfällig.

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