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Sollte das Bargeld abgeschafft werden?

Das Bargeld einfach abschaffen? Ja, Sie hören richtig. Was lange Zeit als unvorstellbar galt, scheint heutzutage gar nicht mehr so abwegig. In Schweden kommt man schon fast überall ohne Bargeld aus und das nicht erst seitdem ein ABBA – Star den Selbstversuch gemacht hat und ein Jahr lang ohne Bargeld gelebt hat. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Vor- und Nachteile einer Welt ohne Bargeld.

Die Funktion von Bargeld

Um uns des Ausmaßes einer Abschaffung von Bargeld bewusst zu werden, sollten wir zuerst schauen, welche wichtigen Funktionen das Bargeld übernimmt: Zum einen dient es als Zahlungsmittel und zum anderen auch als Wertaufbewahrungsmittel. Letzteres würde im Falle einer Bargeld Abschaffung logischerweise komplett wegfallen: Wer kein Bargeld hat, kann auch keines aufbewahren.
Nicht nur Harvard Professor Kenneth Rogoff, auch der Deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger plädieren für die Abschaffung des Bargelds. Für Bofinger sind „Geldscheine und Münzen ein Anachronismus“, und ABBA – Star Björn Ulvaeus hat seinen Selbstversuch gut überstanden. Das einzige was ihm fehlte, waren die Münzen für den Einkaufswagen im Supermarkt.


Abschaffung Bargled
Hat kein Bargeld mehr: ABBA – Legende Björn Ulvaeus

 

Vorreiter einer bargeldlosen Gesellschaft sind die Skandinavischen Länder: Dänemark druckt ab 2016 keine neuen Banknoten mehr und in Schweden wird sowieso fast nur noch mit Kreditkarte bezahlt – auch das Brötchen beim Bäcker. „Bargeld brauchen nur noch alte Leute“, so die schwedische Finanzministerin.

Während in Deutschlands Geschäfte noch am häufigsten mit Bargeld bezahlt wird (in 80% der Fälle), sind es in anderen Ländern deutlich weniger: In den USA bezahlen gerade mal 46% bar und es gibt sogar regelrecht einen ‚War of Cash‘, nicht zuletzt deswegen, weil die Banken bei Kreditkarten -Transaktionen mehr verdienen.

Bezahlung mit KreditkarteMal schnell ein Paar Brötchen mit der Kreditkarte bezahlen? In Skandinavien üblich – und auch bald in Deutschland?
Quelle: Fotolia.com  © zynkevych  

 

Vorteile einer Welt ohne Bargeld

Natürlich kommt der Vorschlag, das Bargeld abzuschaffen nicht von ungefähr: Ohne Bargeld könnten folgende Bereiche mehr oder weniger ausgetrocknet werden, das alle Transaktionen, die mit einer Kreditkarte getätigt werden bekannterweise nachvollzogen werden können:

  • Schwarzmarkt
  • Diebstahl (viele Einbrecher nehmen nur Bargeld mit)
  • Der Markt für illegale Rauschmittel
  • Korruption

Allerdings gibt es auch gerechtfertigte Gegenargumentationen, die für einen Erhalt der Euroscheine (und Münzen) sprechen. Gerade in der heutigen Zeit der Niedrigzinsen, würden die Bürger ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit aus den Händen geben. Stellen Sie sich einmal vor, die Banken würden Ihr Sparbuchguthaben negativ verzinsen. Dann wären Sie gezwungen Ihr Geld auszugeben, weil es ja sonst auf dem Bankkonten vor sich hin schmilzt und Sie können das Geld ja nicht einfach abheben. Den größeren Spielraum den die Zentralbanken in der Geldpolitik nun hätten, könnte zu Ihren Lasten fallen, da Sie nur noch reagieren können und keine Entscheidungsmacht mehr haben. Bargeld bedeutet  also auch ein Stück weit Freiheit.
Im Durchschnitt hat der Deutsche übrigens 103 € an Scheinen und 5,73 € an Münzen in der Tasche und das mobile Bezahlen steckt in Deutschland auch noch in den Kinderschuhen: Nur 2 % der Bevölkerung bezahlt per Smartphone.
Kurzfristige Auswirkungen bei einer Abschaffung des Bargelds könnte ein Flucht in Gold oder Immobilien sein, aber laut Carl-Ludwig-Thiele – Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank – ist dies noch Zukunftsmusik: „Jeder sollten bezahlen können, wie er will.“

 

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