Herzlich Willkommen! In der Rubrik Die ersten Schritte erklären wir Ihnen ausführlich, wie man Aktien kauft. Aber auch erfahrene Anleger finden auf unserer Seite viele spannende Artikel rund um die Börse. Wir wünschen viel Erfolg!

Börsenstrategien: Dividendenstrategien

Meistens sind Anleger, die mit einer – im Vorhinein klar definierten – Strategie ans Werk gehen erfolgreicher, als Menschen, deren Tradingverhalten durch Impulskäufe und Spontanaktionen gekennzeichnet ist. Diese haben nicht nur viel mehr Arbeit, sondern müssen auch noch die anfallenden Ordergebühren begleichen. Von den Emotionen der Börse muss man sich auch gut abschotten können, um nicht ‚mitgerissen‘ zu werden. Bei allen Strategien, die keinen sonderlich hohen Arbeitsaufwand mit sich bringen, geht es letztendlich darum, mit klaren Regeln und einem Schema F besser abzuschneiden als der Markt.

Die wohl bekannteste Aktienstrategie ist die Strategie, die auf der Dividende aufbaut.

Hintergrund der Dividendenstrategien:
Wenn ein Unternehmen regelmäßig Dividenden ausschüttet, dann ist es wirtschaftlich gesund und stark im Markt vertreten. Aber Achtung: Die Dividende sollte natürlich aus dem überschüssigen Gewinn ausgeschüttet werden und nicht aus der Unternehmenssubstanz bereitgestellt werden. Dies wird manchmal gemacht, um Anleger zufrieden zu stellen, wenn sich der Aktienkurs nicht gut entwickelt.
Bei den Dividendenstrategien geht man von der Dividendenrendite aus, einer Kennzahl der Fundamentalanalyse: Die (absolute) Dividende wird einfach durch den Aktienkurs geteilt. Diese Zahl kann man als die Verzinsung auf das eingesetzte Kapital interpretieren.

Börsenstrategien: Dividendenstrategien

Ein nettes, regelmäßig wiederkehrendes, Geldgeschenk: Die Dividende!
Quelle: Fotolia.com  © Picture-Factory

 
Der Erfinder der Dividendenstrategien war übrigens Benjamin Graham, der auch als Vater der Fundamentalanalyse gilt.

Dividendenstrategie 1: Top-10-Strategie nach Graham („Dogs of the Dow“)

Vorgehensweise:
Wählen Sie an einem bestimmten Stichtag, zum Beispiel den ersten Börsentag eines Jahres, die 10 Aktien eines Index (DAX, Dow Jones … ) aus, die die höchsten Dividendenrenditen aufweisen. Dann warten Sie ein Jahr lang, bis zum nächsten Stichtag (ohne zu reagieren) und werfen, diejenigen Aktien aus ihrem Portfolio, die nicht mehr zu den stärksten 10 gehören. Gleichzeitig kaufen Sie die Aktien, die unter dem Gesichtspunkt der Dividendenrenditen, jetzt zu den stärksten 10 Aktien gehören.

Erfolg:
Mit der Graham – Strategie auf den Dow Jones bekam man zwischen 1971 und 1997 Durchschnittsrenditen von ca. 17 %, während der Dow Jones selbst im gleichen Zeitraum ‚nur‘ um 12 % zulegte.
Aber Achtung: Seit dem Jahr 2000 erwirtschaftet man beim DAX mit dieser Strategie nur geringfügig mehr als der Markt und oft sogar schlechter bei einem kurzfristigen Anlagehorizont.

Dividendenstrategie 2: Low-5-Strategie nach o’Higgins

Der Vermögensverwalter O’Higgins entwickelte diese Methode in den 90er Jahren. Im Grunde ist es eine Weiterentwicklung der obigen Strategie, die von Graham schon in den 30er Jahren entwickelt wurde. Daher ist die Vorgehensweise auch sehr ähnlich: Sie wählen wieder die 10 Aktien aus mit der höchsten Dividendenrendite, aber kaufen nur die 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs (in absoluten Zahlen). Warum? Unternehmen mit einem hohen Kurs werden relativ gesehen weniger oft gekauft, als Unternehmen mit einem niedrigen Kurs und weisen daher eine niedrigere Marktbewegung auf.

Erfolg: Im Durchschnitt hätte man – bei einem Zeitraum von 20 Jahren im DAX – 2,1 % mehr erwirtschaftet als der Markt. Hört sich nicht so viel an, aber langfristig gesehen, macht das einen enormen Unterschied.

Varianten der Dividendenstrategien

Es gibt unzählige Varianten der oben genannten Strategien: Zum Beispiel die Top-5-Strategie (statt Graham) oder Low-4-Strategie (statt O’Higgins). Also einfach 5 Aktien statt 10 Aktien, beziehungsweise die Aktie mit dem niedrigsten Kurs doch noch rauswerfen aus dem Portfolio mit der Hoffnung, dass es die Telekom-Aktie ist …

Wir haben selbst einen kleinen Test gemacht, um auf ein besonderes Risiko für sehr passive und risikoaverse Anleger hinzuweisen:

 

Dividendenstrategien Graham

Im Juni 2013 haben wir die Aktien herausgepickt, die auf Grund ihrer Dividendenrendite (aber auch unter den Gesichtspunkten andere Merkmale, wie dem KGV, Stabilität etc. ) besonders verheißungsvoll sein könnten. Diese Strategie stammt aus dem Heft „compass“ (Ausgaben 2/2013).
Das Portfolio hat (Stand: Anfang Juni) eine Gesamtrendite von 26,11 % erwirtschaftet, auch wenn nicht alle Aktien genau gleich gewichtet sind. Allerdings hat es deutlich schlechter abgeschnitten als der DAX (über 40%). Schuld daran ist der extreme Einbruch der Adidas Aktien und die damit einhergehende negative Performance.Was lernen wir daraus? Je weniger Aktien Sie im Depot haben, desto eher ist diese den Schwankungen einzelner Werte ausgesetzt, nach oben, aber natürlich auch nach unten. Bei dem DAX sind Sie wie immer auf der ‚sicheren‘ Seite.

 

Dividendenrenditen müssen Sie übrigens gar nicht selbst ausrechnen: In großen Portalen wie finanzen.net werden diese meist bereitgestellt und es gibt sogar einen Index (DivDAX), der die 15 Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite enthält. Sie können also auch direkt mit Hilfe eines ETF in diesen Index investieren.

Kritik an den Dividendenstrategien

  • Eine hohe Dividendenrendite kommt auch zustande, wenn der Kurs einfach sehr niedrig ist. Negativbeispiel: Die Deutsche Telekom steht schon seit Jahren weit oben, was Dividendenrenditen angehen, aber der Kurs kommt nicht wirklich voran.
  • Falls Sie unsere Meinung hören wollen: Wir sind kein Fan von (stupiden) Herangehensweisen nach Schema F: Das Börsengeschehen soll Sie ja weiterentwickeln (zumindest fachlich) und es kann ja auch Spaß machen, Aktien gezielt auszuwählen.

 

Tipps für Ihre eigene Dividendenstrategien

Wenn Sie einer der oben genannten Strategien folgen wollen, können Sie ja auch ihre eigene Regel erstellen: Von den stärksten Aktien laut Dividendenrendite könnten Sie zum Beispiel diejenigen kaufen, die Sie sowieso schon immer mal ins Auge gefasst haben oder Sie schauen sich auch die absolute Höhe der Dividende an und nicht nur die Dividendenrenditen.

Nutzen Sie das wissen um die Dividenden um Ihre eigene persönliche Strategie darauf anzuwenden. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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